Ruhige Nächte in Sicht?

Die besten Tipps, damit Kinder besser ein- und durchschlafen

Auch Schlafen will gelernt sein. Viele Eltern sehen sich allnächtlich dem Problem gegenübergestellt, dass das Baby nicht einschlafen will, häufig aufwacht und weint oder auch, dass das Kleinkind sich weigert im eigenen Bett zu schlafen. Dies ist mitunter eine echte Geduldsprobe und zerrt an den elterlichen Nerven.

Verschiedene Tipps können helfen, der ganzen Familie eine ruhigere Nacht zu bescheren. Im Folgenden werden Ratschläge gegeben, die helfen können, dass Babys besser ein- und durchschlafen und Kleinkinder die Nacht in ihrem eigenen Zimmer verbringen.

Ein- und Durchschlafen beim Baby

Im ersten Lebensjahr ist es ganz normal, dass Babys nachts nicht durchschlafen. Der Wechsel zwischen Wach- und Tiefschlafphasen findet bis zu siebenmal in einer Nacht statt. Nicht jedes Baby wird so hellwach, dass es weint, manche Babys schlafen auch von selbst wieder ein. Doch was, wenn das Kind regelmäßig wach wird, schreit und nach den Bezugspersonen verlangt? Was können Eltern tun, damit ihr Kind schneller ein-und besser durchschläft?

Babys müssen das Schlafen erst lernen (© millaf – Fotolia.com)

Was sind Faktoren für ein schlechtes Schlafverhalten?

Es gibt verschiedene Faktoren, die für ein schlechtes Schlafverhalten verantwortlich sein können. So kann das Zahnen, welches für Babys unangenehm ist, dazu führen, dass sie schlecht ein- und durchschlafen. Auch Wachstumsschübe oder Entwicklungsschritte, wie das Krabbeln-Lernen, können dazu führen, dass das Baby nachts so aufgerieben ist, das es schlecht zur Ruhe kommt. Blähungen oder Koliken machen vielen Babys ebenfalls zu schaffen und die Bauchschmerzen verhindern eine entspannte Nachtruhe. Nicht zuletzt sind aber auch Trennungsängste dafür verantwortlich, dass Babys schlecht einschlafen, etwa, wenn sie allein im Kinderbett schlafen sollen und die Bezugspersonen den Raum verlassen.

Faktoren, die ein schlechtes Schlafverhalten begünstigen.

Die Nähe zu den Eltern gibt Sicherheit

Babys möchten nicht im eigenen Zimmer schlafen und dies ist von der Evolution auch gar nicht so vorgesehen, so der Artikel „Einschlafen lernen“ (pdf) von Dr. Karl Heinz Birsch. So war ein alleinschlafendes Baby in der Steinzeit ein leichtes Opfer für Raubtiere. Aus diesem Grund hat es sich wohl schon recht früh in der Menschheitsgeschichte durchgesetzt, dass Babys nah bei ihren Müttern schlafen. In den meisten Kulturen weltweit wird dies auch heute noch so gehandhabt. Vom Mitschlafen der Babys im Elternbett wird heute in vielen Fällen trotzdem abgeraten, da die Gefahr von Verletzungen oder Überhitzungen besteht, so der Artikel „Das Kinderzimmer planen, alles was Sie wissen müssen“. Der Artikel rät weiter, dass Kinder bis zum ersten Lebensjahr in einem separaten Bett im Elternschlafzimmer untergebracht werden können. Die Atmung der Eltern beruhigt das Kind und muss es nachts gefüttert werden, müssen die Eltern nicht erst aufstehen, sondern haben das Kinderbett direkt neben sich stehen. Sogenannte Balkonbetten sind zu einer Seite hin offen und können direkt an das Bett der Eltern montiert werden.

Regelmäßigkeit macht das Einschlafen leichter

Die Eltern geben den Schlafrhythmus vor, nicht das Kind. Regelmäßige Einschlafzeiten sind wichtig, da sich ein Baby erst einmal an den Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen muss. Am besten werden Babys zwischen 19:00 und 20:00 schlafen gelegt. Hat das Kind sich an diese Einschlafzeit gewöhnt, wird es meist von selbst müde und schläfrig. Schläft das Kind grundsätzlich nicht viel, sind Eltern gut beraten, ihre eigenen Schlafzeiten und die Schlafzeiten des Kindes einander anzunähern, so die Psychologin Anette Kast-Zahn gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Gute-Nacht-Rituale sind wichtig

Rituale geben Kindern Sicherheit und helfen auch dabei, dass Babys besser einschlafen. Das allabendliche Gute-Nacht-Ritual bei einem Baby kann beispielsweise sein, dass es erst gefüttert und anschließend gewickelt wird. Dann werden die Schlafsachen angezogen und die Eltern singen ein Schlaflied oder die Spieluhr erklingt. Zum Schluss gibt es noch einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss. Am besten wird das Licht im Zimmer schon vorher gedimmt, so fällt es den Kindern leichter, zur Ruhe zu kommen.

Wie lernt das Kind im eigenen Zimmer zu schlafen?

Ab einem gewissen Alter des Kindes wünschen sich viele Eltern, dass es lernt, im eigenen Bett zu schlafen. Ab wann das Kind im eigenen Zimmer schlafen sollte, kann pauschal nicht gesagt werden. In manchen Fällen schläft das Kind von Anfang an allein, in anderen teilt es sich noch im Alter von drei Jahren das Bett mit den Eltern. Hat sich das Kind einmal daran gewöhnt, die Nacht im elterlichen Schlafzimmer zu verbringen, ist es meist nicht einfach, es zum Schlafen im eigenen Zimmer zu bewegen.

Anreize für das Kind schaffen, im eigenen Bett zu schlafen

Kleine Anreize und Belohnungen können gerade in den ersten Nächten helfen, das Kind zum Schlafen im eigenen Zimmer zu motivieren. So kann der Nachwuchs beispielsweise jede Nacht, die er im eigenen Zimmer verbracht hat, einen neuen Leuchtstern bekommen, der dann an die Decke über dem Bett geklebt wird. Auch ein spezielles Beschützer-Kuscheltier, wie etwa ein Löwe oder ein Bär können dem Kind dabei helfen, sich im eigenen Zimmer nachts sicherer zu fühlen. Ebenfalls hilfreich kann es sein, wenn dem Kind ein Kissen der Eltern, welches nach ihnen riecht, mit ins Bett gelegt wird.

Geschwister in einem Raum schlafen lassen

Kinder schlafen von Natur aus ungern allein. Wenn Geschwister sich in den ersten Lebensjahren ein Zimmer teilen, wirkt sich dies deshalb meist positiv auf das Schlafverhalten aus. Das Wissen, dass noch jemand da ist, beruhigt Kinder. Wenn sie etwas älter sind, können sie sich zudem gegenseitig Gute-Nacht-Geschichten erzählen. Grundsätzlich profitieren Kinder von einem gemeinsamen Zimmer, vorausgesetzt der Altersunterschied der Geschwister ist nicht zu groß und das Zimmer ist nicht zu klein. Als Faustregel kann gelten, dass die Kinder nicht mehr als drei Jahre auseinanderliegen sollten und das gemeinsame Zimmer mindestens 15 Quadratmeter bietet.

Ab einem gewissen Alter des Kindes wünschen sich viele Eltern, dass es lernt, im eigenen Bett zu schlafen (© VadimGuzhva – Fotolia.com)

Alternative Kuschel-Zeiten anbieten

Kinder, die bis zu einem gewissen Alter im Bett ihrer Eltern eingeschlafen sind, haben dabei vor allem den engen Körperkontakt genossen. Damit dieser nicht zu kurz kommt, wenn das Kind im eigenen Zimmer schläft, empfiehlt es sich, dem Nachwuchs alternative Kuschelzeiten zu bieten. Diese können zum Beispiel in das Gute-Nacht-Ritual integriert werden. Die Eltern kuscheln sich mit dem Kind ins Kinderbett und lesen ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor oder singen ein beruhigendes Schlaflied.

Konsequent sein

Soll das Kind im eigenen Zimmer schlafen, ist elterliche Konsequenz gefragt, sobald das Kind sich wieder ins Schlafzimmer der Eltern schleicht. Es ist gut möglich, dass Eltern ihr Kind in den ersten Nächten jeweils im Abstand von Minuten immer wieder ins eigene Zimmer bringen müssen. Dabei sollten Eltern ruhig, aber bestimmt vorgehen, ihr Kind an die Hand nehmen und ohne große Worte oder Diskussionen wieder ins Bett bringen und ihm einen Gute-Nacht-Kuss geben, bevor sie das Zimmer wieder verlassen.

Anfangs kann dies sehr anstrengend sein, in der Regel gewöhnen sich die Kinder mit der Zeit jedoch daran und kommen nachts immer seltener ins Schlafzimmer der Eltern geschlichen. Wer unsicher ist, ob er wach wird, sobald der Nachwuchs ins Bett klettert, kann auch eine kleine Glocke an der Schlafzimmertür anbringen. So merken die Eltern, wenn das Kind mal wieder auf nächtlicher Wanderschaft ist.

In bestimmten Fällen sind Ausnahmen erlaubt

So konsequent Eltern im Alltag mit ihrer Schlafpolitik sein sollten, es gibt immer Ausnahmen von der Regel. Ist das Kind etwa krank oder hat einen schlimmen Alptraum gehabt, ist es in Ordnung, wenn es ausnahmsweise mal wieder im elterlichen Bett schläft. Dem Kind muss jedoch verständlich vermittelt werden, dass es sich dabei um eine Ausnahme handelt und die Übernachtungen im Bett der Eltern nicht zur Regel werden.

Mit viel Geduld und Verständnis, aber auch mit Konsequenz kann Kindern nach und nach das Schlafen beigebracht werden. Bei manchen Kindern funktioniert dies schneller und problemloser als bei anderen. Eltern sollten sich jedoch nicht verunsichern lassen und deshalb ständig die Taktik wechseln. Manchmal braucht es eben ein wenig mehr Geduld, bis das Kind gut ein- und durchschläft.

Ein krankes Kind darf auch mal im elterlichen Bett übernachten (© Nejron Photo – Fotolia.com)