Dekubitus vorbeugen

Mit Dekubitus, im Volksmund „Wundliegen“, kann jeder einmal konfrontiert werden. Sei es durch einen Pflegefall in der Familie oder durch das eigene Erkrankungsrisiko etwa bei Diabetes. Wie kann man als Angehöriger oder Risikopatient Dekubitus vorbeugen? Zur Druckentlastung trägt unter anderem die richtige Matratze bei.

Was ist Dekubitus?

Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür. Es beginnt mit einer Hautrötung und kann sich bis zu einer tiefen Wunde entwickeln. Allgemein spricht man von „Wundliegen“.

Dekubitus entsteht durch zu langen Druck auf eine Körperstelle. Dadurch werden Blutgefäße abgedrückt. So kommt es zu einer Unterversorgung des Gewebes, das dann abstirbt. Den Druck auf die Haut erzeugen sowohl das Körpergewicht und die Knochen, als auch faltige Laken, Katheter etc. Auch Reibung durch Rutschen vom Rollstuhl oder Bett kann das Gewebe schädigen.

Dekubitus Risikogruppen

Gefährdet sind vor allem Bettlägerige, die ihre Liegeposition selbständig gar nicht oder kaum verändern. Ständige Feuchtigkeit durch Schwitzen oder Inkontinenz fördert zusätzlich die Bildung von Druckgeschwüren.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Dekubitus Risiko für Menschen, deren Durchblutung und Hautempfinden gestört ist. Dazu gehören Personen mit Lähmungen oder Diabetiker. Bei Diabetikern können Nervenbahnen geschädigt sein, so dass sie nicht spüren, wenn die Haut druckbedingt kribbelt. Gesunde Menschen würden sich nachts automatisch umdrehen.

Dekubitus Prophylaxe

  • Risikominimierung

    Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählt die Hautinspektion und Erfassung der Risikofaktoren durch eine Fachkraft.

  • Bewegung

    Nach Möglichkeit aktive Bewegung oder physiotherapeutische Bewegungsübungen verbessern die Durchblutung und entlasten die Haut.

  • Druckentlastung

    Eigenständige Positionswechsel oder regelmäßiges Umlagern führen zu einer Druckentlastung. Ebenso eine Weichlagerung oder Freilagerung gefährdeter Körperstellen wie etwa der Ferse. Verschiedene Lagerungshilfen dienen der Druckverteilung. Zu den Hilfsmitteln gehören zum Beispiel Mikrostimulationssysteme, Seitenschläferkissen, Gelauflagen und Antidekubitus-Matratzen (Weichmatratzen, Wechseldruck-Matratzen).

  • Hautpflege

    Hautverletzungen durch Reibung und Scherkräfte sowie Nässe und Hitzestau gilt es zu vermeiden. PH-neutrale Waschlotionen sowie Wasser-in-Öl-Emulsionen unterstützen den natürlichen Hautschutz.

  • Ernährung

    Ein guter Ernährungszustand mindert das Dekubitus Risiko. Daher benötigen Patienten mit Mangelerscheinungen vermehrt Nährstoffe, die den Aufbau der Haut unterstützen. Umgekehrt erhöht Übergewicht den Auflagedruck und die Neigung zum Schwitzen.